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NUZ vom 09.01.2017
 
WEISSENHORN

Narren nehmen die Region aufs Horn

Die „Weißahoarer Giggalesbronzer“ lüften das monatelang gehütete Geheimnis um ihre neuen Kostüme. Warum die Fasnachter sich für noble Mischwesen entschieden haben. Von Angela Häusler
 
Hunderte Besucher wollten das Spektakel am Wochenende mitverfolgen: In der Weißenhorner Altstadt präsentierten die Giggalesbronzer ihre neuen Kostüme für die nächsten Jahre.
Foto: Angela Häusler
 
Üppig geschmückte Hüte, Mäntel mit Puffärmeln und nobler Pelzbesatz – dazu ein Paar gebogene Hörner auf jedem Kopf: Das neue Kostüm der Guggenmusikanten, das am Wochenende vorgestellt wurde, ist ein echter Hingucker. Es ist eine aparte Mischung aus Mensch und Tier, genauer: aus reichem Edelmann und gehörntem Fabelwesen. Die speist sich aus der Herkunft der Giggalesbronzer, der Stadt Weißenhorn, erklärte Abteilungsleiter Daniel Bestle dem Publikum.
 
Denn während die Kleidung eines reichen Edelmanns auf die Fugger anspielt, in deren Besitz sich Weißenhorn einst befand, sind die geschwungen, weißen Hörner auf den Köpfen der Musikanten dem Namen der Stadt direkt entlehnt. Entsprechend heimatlich klingt auch das breit schwäbische Motto, mit dem die Truppe in den kommenden zwei bis drei Jahren in den Fasching ziehen will: „Weil m’r Weißahoarer send“, so prangt es jetzt auf Trommeln, Schlagwerk und gold-glänzenden Überwürfen der Giggalesbronzer.
 
„Ein tolles Häs – das war bestimmt viel Arbeit“, lobte eine Zuschauerin beim Anblick der Musiker, die dem Publikum am Unteren Tor, im Volksmund „Giggaler“ genannt, mit launiger Guggenmusik einheizten. Mehrere Hundert Faschingsfreunde waren zum Start in die Saison gekommen, um dabei zu sein, wenn das lang gehütete Geheimnis des neuen Kostüms gelüftet wird.
 
Bereits vergangenes Jahr war im Verein der Entschluss gefallen, das Häs des bayerischen Löwen ad acta zu legen und mit neuen Ideen aufzuwarten. Derer habe es einige gegeben, so Sprecher Bestle: „Wir haben viele Ideen gesammelt, Entwürfe gezeichnet und gebastelt.“ Doch es habe sich immer mehr herauskristallisiert, dass es diesmal ein Kostüm mit viel Lokalkolorit werden sollte. Obwohl die Fasnets-Truppe auch sehr gerne als bayerisches Wappentier unterwegs gewesen sei, wie Bestle betont.
 
Seit dem Sommer haben die 53 Aktiven in aller Stille an ihrem neuen Häs gearbeitet. Kiloweise Stoff wurde da bestellt, der wiederum tagelang zugeschnitten, bis schließlich jedes Mitglied sein Material zur weiteren Bearbeitung mit nach Hause nehmen konnte. Dort nähte jeder für sich – nach einer eigens abgefassten Anleitung. Kleine Details, Schmuck und Accessoires brachte jeder Hästräger nach persönlichem Geschmack an, auch die Schminke ist individuell.
 
Pflicht für alle aber sind die weißen Hörner am Hut – die abends und nachts einen besonderen Akzent setzen: LED-Lämpchen im Inneren der Hörner nämlich machen es möglich, dass sich die Hästräger in diesem Fasching gegenseitig heimleuchten können. Nicht nur die Kleidung, sondern auch einige ihrer Instrumente haben die Musiker im Sinne des Mottos geschmückt. Das gilt zum Beispiel für die Waschbretter, die im Ensemble zur Rhythmusgruppe gehören. Spieler Horst Diebner hat sein Waschbrett mit einem gerüschten Rahmen in den Farben des Stadtwappens verschönert. Was er am Musizieren bei den Giggalesbronzern besonders schätzt: „Die Stimmung, die Kameradschaft und dass man den Leuten damit eine Freude macht.“
 
Dass sich die Mitglieder gut verstehen, betont auch Bestle, der sich derzeit keine Sorgen um den Nachwuchs der Abteilung machen muss. Die Guggenmusik hat viele junge Mitspieler – derzeit sind die Akteure zwischen 18 und 62 Jahre alt. Als eine von drei Abteilungen der „Interessengemeinschaft Weißenhorner Fasnacht“ werden die Giggalesbronzer in den nächsten Wochen viel zu tun haben. Unter anderem nehmen sie am internationalen Guggenmusiktreffen in Schwäbisch Gmünd teil, das im Februar stattfindet. Schon kommendes Wochenende aber brechen sie nach Memmingen auf und bis zum Aschermittwoch stehen reichlich Auftritte an, bei denen die schmucken „Weißen-Hörner“ zum Einsatz kommen.
 
Bei uns im Internet
 
Bilder der Kostüm-Vorführung unter
 
www.nuz.de/bilder
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